Cagepeople in Frankfurt
Anlässlich der Buchmesse findet in Frankfurt im Haus am Dom eine Ausstellung über die Cagepeople statt. Barbara Schindler-Bäcker erläutert die Fakten. Ausstellungsdauer: 15.10.-07.11.2009, täglich 09.00-17.00 Uhr
Xu Pei
Xu Pei sitzt irgendwo ganz oben in der Halle 3 in einem etwa 4 Quadratmeter kleinen Stand. Der Ort für Dissidenten. Fern ab vom Schuß und leise genug, nicht weiter aufzufallen. Sie überwindet ihre Scheu und liest für Freunde, die sie seit einem Mondfest nicht mehr gesehen hat.
Der Pflaumenbaum im Melonenfeld…
… kann gelegentlich zu Kalamitäten führen, wenn man sich nicht zu benehmen weiß. Noch so eine chinesische Weisheit, die - wunderschön formuliert - schwer zu verstehen ist. Der Philosoph und Kalligraph Wang Ning erklärt sie schreibend mit dem Wasserpinsel.
Wie eine Chinesin schwanger wird…
…weiß Luo Lingyuan, und sie hat einen Roman drüber geschrieben. Auch wenn es uns komisch vorkommen mag: In China scheinen sich um die Zeugung eines Kindes mehr als zwei Menschen zu kümmern…
Die Zikade …
… wirft ihre goldglänzende Haut ab. Wei belagern, um Zhao zu retten… Der Pflaumenbaum verdorrt anstelle des Pfirsichbaum… Chinesische Weisheiten sind in China sehr lebendig und immer in wunderschönen Bildern verfasst. Doch was bedeuten sie?
und Tibet?
Während China seine Tradition und Zukunftsperspektiven als Gastland des Jahres zelebriert und Häppchen mit Design reicht, laufen draußen vor der Messe Menschen zusammen, die zwar eine Tradition, wohl aber kaum eine Zukunft in ihrer Heimat haben dürften.
Chens Zeichenkunst
… ist legendär. Als er noch nicht professioneller Zeichner war, ging er - so heißt es - 360 Tage im Jahr zum Bahnhof, um Menschen zu zeichnen. Um zu üben.
Jetzt zeichnet Chen in einer irren Geschwindigkeit: 15 Sekunden, und ich saß samt Kamera und Nickelbrille auf einem Riesentiger in seinem neuen Buch.

Chen Jianghongs neues Buch
“An Großvaters Hand” heißt das neue Kinderbuch des chinesischen Schriftstellers Chen Jianghong. Darin erzählt er die Geschichte seiner Kindheit in der nordchinesischen Stadt Tianjin während der Kulturrevolution.
Chen war zu Gast in der Frankfurter Kinderbuchhandlung “Eselsohr”.
Besuch beim Chef
Für ihn und sein Team hat es schon Kritik gehagelt, bevor die diesjährige Messe überhaupt losging. Und Jürgen Boos wird ab Mittwoch erst recht gute Nerven brauchen, denn das Gastland China verspricht ereignisreiche Tage. Der Countdown läuft, und ich habe einen gelassenen Buchmesse-Chef angetroffen:
Video-Botschaft aus dem Exil
Ich habe den chinesischen Schriftsteller Bei Ling gebeten, uns eine Videobotschaft zu schicken, voilà!
Bei Ling war im September zu Besuch in Frankfurt, und sorgte zusammen mit Autorin Dai Qing für Wirbel. Die offizielle chinesische Delegation war erbost, und die Buchmesse-Verantwortlichen saßen in der Klemme: auf Meinungsfreiheit pochen, oder die Vertreter der Volkrepublik bei Laune halten?
Bei Ling hat mir geschrieben, dass er von dem Hin und Her beim Symposium ziemlich verwirrt und enttäuscht war.
Ob er trotzdem noch zur Buchmesse nach Frankfurt kommt? Die Antwort zeigt das folgende Video - für die schlechte Bild- und Ton Qualität bitte ich um Nachsicht.
Bei Ling ist Dichter und Verleger. Weil er in China ein kritisches Literaturmagazin herausgebracht hatte, saß er im Jahr 2000 kurzzeitig im Gefängnis. Heute lebt er im Exil in Boston - von da hat er uns auch sein Video geschickt.


















